Lehmbackofen

2013 haben wir den Garten meiner Schwiegereltern neu gestaltet. Dabei durfte ich mir einen lang gehegten Wunsch erfüllen: den Bau eines eigenen Lehmofens. Von der ersten Idee bis zur endgültigen Fertigstellung vergingen knapp zwei Jahre. Schon die intensive Recherche und Planung im Vorfeld hat mir viel Spaß gemacht. Gefühlt habe ich den Entwurf hundertmal überarbeitet und immer wieder neue Ideen einfließen lassen, bis ich schließlich die für mich optimale Bauweise und Technik gefunden hatte.

 

Der Ofen wird direkt im Backraum befeuert. Je nach Gericht wird die Glut entweder vollständig entfernt oder nach hinten geschoben. Die entstehenden Rauchgase werden anschließend noch einmal über die Lehmsteine geleitet, sodass die vorhandene Abwärme bestmöglich genutzt wird.

 

Das Kochen und Backen in der Outdoorküche ist für mich pure Entspannung. Das Anheizen des Ofens und die Zubereitung der Speisen sind keine Tätigkeiten für „mal eben zwischendurch“. Sie verlangen Zeit, Geduld und Aufmerksamkeit. Man nimmt sich bewusst Zeit, um den gesamten Prozess zu genießen und zu zelebrieren. Gleichzeitig bietet die Outdoorküche eine wunderbare Möglichkeit, gemeinsam mit Freunden und Familie schöne Stunden zu verbringen.

 


Grill

Bei dem gemauerten Grill, neben dem Lehmofen, wird die Hitze nicht durch das Anheben oder Absenken des Grillrosts reguliert, sondern über die höhenverstellbare Feuer- beziehungsweise Glutschale. Dadurch kann das Grillgut während der gesamten Zubereitungszeit auf dem Rost verbleiben, was das Grillen besonders komfortabel macht.

 

Eine Halterung für einen Drehspieß ist bereits in die Konstruktion integriert. Der passende Spieß selbst steht allerdings noch auf meiner Liste zukünftiger Projekte.

 

Auch ein Braai – wie das Grillen in Namibia genannt wird – zelebriere ich gerne. Dabei geht es nicht nur um die Zubereitung von Speisen, sondern um das gemeinsame Erlebnis: das Feuer, die Gespräche, die Zeit mit Familie und Freunden und die besondere Atmosphäre unter freiem Himmel.

 


Potje

Der Potjie (ausgesprochen "Poi-ki") ist ein dreibeiniger, gusseiserner Topf, der heute vor allem im südlichen Afrika verbreitet ist. Seine Ursprünge reichen jedoch bis ins späte Mittelalter Mitteleuropas zurück. Holländische Siedler, die später als Buren bekannt wurden, brachten diese robuste Kochtradition nach Afrika, wo sie sich rasch etablierte und bis heute fester Bestandteil der regionalen Esskultur ist.

 

Als Erinnerung an eine unvergessliche Reise durch Namibia fand ein Potjie den Weg in mein Gepäck. Heute ist er aus meiner Outdoorküche nicht mehr wegzudenken und kommt regelmäßig zum Einsatz.

 

Die Gerichte die man in einem Potjie zubereitet bezeichnet man "Potjiekos". Wörtlich übersetzt bedeutet der Begriff „Topfgericht“ oder „Pot-Kost“ und entspricht am ehesten dem ursprünglichen Gedanken eines Eintopfs. Dabei wird die gesamte Mahlzeit in einem einzigen Topf gegart – was jedoch keineswegs bedeutet, dass es sich um eine Suppe handeln muss. Ob Fleisch, Gemüse, Kartoffeln, Hülsenfrüchte oder exotische Gewürze – der Kreativität sind kaum Grenzen gesetzt.

 

 

Biltong Box

Biltong ist eine traditionelle Spezialität aus Namibia und Südafrika. Für die Herstellung wird überwiegend Rindfleisch verwendet, aber auch Fleisch von Strauß, Kudu, Springbock, Eland, Gemsbock und anderen Wildarten eignet sich hervorragend.

 

Zur Zubereitung wird das Fleisch in längliche Streifen geschnitten und mit einer Gewürzmischung aus braunem Zucker, Salpeter, Koriander und Pfeffer eingerieben. Anschließend wird es mit Essig beträufelt und für sechs bis acht Stunden zum Marinieren abgedeckt gelagert. Danach wird das Fleisch aufgehängt und an der Luft getrocknet, bis der gewünschte Trocknungsgrad erreicht ist. Traditionell wird Biltong in dünne Scheiben geschnitten und als herzhafter Snack genossen. Je nach Trocknungsgrad unterscheidet sich auch die Haltbarkeit: Halb getrocknetes Biltong ist etwa drei Wochen haltbar, während vollständig getrocknetes Biltong bis zu zwei Jahre aufbewahrt werden kann.

 

In Regionen mit höherer Luftfeuchtigkeit lässt sich Biltong mithilfe einer sogenannten „Biltong Box“ herstellen. Dabei handelt es sich um eine belüftete und beheizte Trocknungsbox, in der das Fleisch unter kontrollierten Bedingungen aufgehängt und schonend getrocknet wird.

 


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